Sängerin & Liedermacherin Lieder der Bewegung, die berühren - Lieder der Berührung, die bewegen
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Ein Interview mit Velia

 Velia – ein ungewöhnlicher Name. Was hat es damit auf sich?

 

Im „richtigen“ Leben ist mein Vorname Isabel. Diesen Namen mag ich auch sehr. Aber mit Velia, einem Jahrtausende alten, italienischen Mädchenname, fühle ich mich auf besondere Weise verbunden. Wenn ich singe, bin ich wie ein anderer Mensch – Velia eben.

 

 

Wie sind Sie auf diesen Namen gekommen?

 

Zum ersten Mal habe ich ihn im Etruskischen Museum in Rom gehört und fühlte mich sofort sehr „angesprochen“. Dann ist er mir wieder und wieder „rein zufällig“ begegnet – so oft, dass ein Zufall eigentlich ausgeschlossen ist. Und immer wieder hat es „klick“ bei mir gemacht. Irgendwann war dann das Bedürfnis da, diesen Namen zum Bestandteil meines Lebens zu machen. So wurde aus der singenden Isabel „Velia“.

 

 

Wo leben Sie?

 

Ich lebe schon seit 15 Jahren im schönen Taunus. Vorher war ich in Frankfurt am Main zuhause, meiner Geburtsstadt.

 

 

Sind Sie denn ausgebildete Sängerin?

 

Leider nicht. Als Teenager glaubte ich, für ein Gesangsstudium müsse man schon als halbe Callas auf die Welt kommen. Mit dieser Messlatte im Hinterkopf schloss ich dies für mich also von vorne herein aus - leider.

 

 

Wann haben Sie angefangen zu singen?

 

Ich überlege, ob ich möglicherweise eher singen als sprechen konnte. Schon als kleines Kind trällerte ich schließlich mit meiner Mutter lauthals die Gassenhauer der 1940iger und -50iger Jahre. Zur Schulzeit kam dank meiner sangesfreudigen Grundschullehrerin ein umfangreiches Volkslied-Repertoire dazu. Später glampfte ich auf der Gitarre die Hits der Beatles, Bob Dylan, Cat Stevens & Co. Mein großes Idol war übrigens Joan Baez mit ihrem glockenhellen Sopran. Seit meinem 14. Lebensjahr kamen diverse Chöre mit klassischem Repertoire wie romantischem Liedgut, Oratorien und Motetten hinzu.

 

 

Was bedeutet das Singen für Sie?

 

Singen ist wie Atmen für mich. Wenn ich längere Zeit nicht singen kann, ersticke ich förmlich. Es ist Lebenselixier und Ventil zugleich. Anfang des Jahres war ich sage und schreibe 4 Monate lang heiser – das war die Hölle. Erstaunlicherweise habe ich in dieser Zeit trotzdem viele Lieder geschrieben. Und konnte sie dann gar nicht gleich singen! Das ist eine richtige Qual für mich gewesen.

 

 

Woher nehmen Sie eigentlich die Ideen für Ihre Lieder?

 

Man müßte es umgekehrt formulieren: Die Ideen der Lieder erwählen mich als ihre Stimme. Das klingt zwar verrückt, ist aber genau so. In den meisten Fällen weiß ich vorher nicht, von was das Lied, das ich gerade schreibe, handeln wird. Das kristallisiert sich erst peu à peu beim Schreiben heraus. Aha, merke ich dann, dahin läuft der Hase. Das ist ein durch und durch aufregender Prozess.

 

 

Wie kann man sich das denn vorstellen? Das klingt ja fast ein bißchen unheimlich?

 

Oh ja, das ist es auch! Ich stelle es mir so vor, dass die Idee im Raum steht und ich sie wie „dechiffriere“. Von anderen kreativen Menschen weiß ich, dass es ihnen ganz genau so geht. Nennen Sie es „Kanal“ oder „Sprachrohr“ – in jedem Fall ist es etwas, das an etwas Größeres angebunden ist.

 

 

Und wie lange dauert es dann, bis ein Lied fertig ist?

 

Das kommt ganz darauf an. Manche Lieder sind nach schon 10 bis 30 Minuten komplett. Andere kommen angeflutet und bleiben sprichwörtlich im Kanal stecken. Dann kann es sein, dass der Refrain schon da ist, während die Strophen zwei Wochen später nachrutschen.

 

 

Warum singen Sie in Deutsch?

 

Na, ganz einfach: Deutsch ist meine Muttersprache! Und sie fließt als solche direkt aus meinem Herzen. Außerdem läßt sich die deutsche Sprache sehr gut singen und mit ihr fein abgestuft Gefühle ausdrücken – besser geht’s kaum. Ich würde auch gerne einmal auf Italienisch singen. Mal sehen, was da noch so kommen will.

 

 

Wieso gerade auf Italienisch?

 

Ich habe in Italien gelebt und spreche fließend Italienisch. Die großen italienischen Cantautori wie Lucio Dalla, Lucio Battisti oder Francesco De Gregori haben über viele Jahre mein Leben musikalisch geprägt und bereichert. Eine Hommage an sie wäre etwas, das mich reizen könnte.

 

 

 Auf Ihrer neuen CD sind ja auch zwei englische Titel. Wie kam es dazu?

 

Das Lied „Lemuria“ will eine möglichst breite Zuhörerschaft erreichen. Darin geht es schließlich um eine der Wiegen der Menschheit, die Zivilsation von Lemurien, die lange vor Atlantis existierte. Eine ganz kristalline und hochentwickelte Kultur, die – davon bin ich überzeugt – wir als ferne Erinnerung in uns tragen. Nicht umsonst fühlen sich viele Zuhörer gerade von diesem Lied auf besondere Weise sehr berührt. Und „Spread your wings“ ist einfach die englische Version des Titelsongs der CD „Breite deine Flügel aus“. Ich habe ja die Hoffnung, auch über Deutschlands Grenzen hinaus Fans zu finden.

 

 

Wo treten Sie hauptsächlich auf?

 

Bisher habe ich öffentlich vorwiegend bei kleineren Events wie Vernissagen oder im Rahmen von Vorträgen gesungen. Ich singe aber auch gerne auf der Straße. Ich liebe es, den Menschen beim Singen in die Gesichter zu schauen und dort direkt ihre Reaktion abzulesen. In Zukunft wünsche ich mir, noch mehr in Kirchen singen zu dürfen. Ich mag die Intimität dieses besonders geschützten Rahmens und natürlich die gute Akustik. Ich glaube außerdem, dass Menschen in Kirchen ganz besonders empfänglich sind für die Botschaften, die in meinen Liedern stecken.

 

 

Singen Sie denn nur öffentlich?

 

Nein, ich singe auch im privaten Rahmen. Beispielsweise bei Geburtstagsfeiern oder wenn jemand seine Freunde zu einem sogenannten „Wohnzimmer-Konzert“ einladen möchte. Diese Form des Konzertierens schließt an die uralte Tradition der Hausmusik an und liegt derzeit voll im Trend. Tupper-Party für die Ohren auf kulturellem Niveau, wenn Sie so wollen. Etwas was auf jeden Fall nicht jeder hat – das kommt sehr gut an.

 

 

Wen wollen Sie mit Ihren Liedern erreichen?

 

Alle Menschen, die empfindsam sind und mit offenem Herzen durchs Leben gehen, Menschen, die zu ihren Gefühlen stehen und zu ihren vermeintlichen Schwächen. Davon gibt es immer mehr und das bereichert unsere Gesellschaft ungemein.

 

 

Ihre erste CD ist jetzt erschienen. Wie geht es nun weiter?

 

Mit vielen, vielen Konzerten, wie ich hoffe! Meine Lieder haben ihre Flügel ausgebreitet und wollen in die Welt hinaus fliegen. Um das zu erreichen, möchte ich möglichst viele Impulse setzen. Außerdem liegen schon eine Menge noch ungeschriebener, neuer Lieder auf der Lauer zum großen Sprung nach draußen. Die will ich alle noch schreiben. Solange die Quelle fließt, muss ich daraus schöpfen. Ich freue mich drauf!

 

 

 

 

Die Fragen stellte Belinda Maus.

Aktuell: Interview mit Velia auf "Radio X Frankfurt": am 9. Mai um 13:08 Uhr einschalten! Livestream im Web unter radiox.de!

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